Aktien

Die Experten sind sich einig: Das Jahr 2011 wird ein Jahr der Aktie. Es spricht einiges dafür, das Dividendenpapiere in diesem Jahr besser abschneiden als Anleihen. Gegen Obligationen spricht etwa die Verschuldungsproblematik in den westlichen Industrieländern. Hinzu kommt die bereits eingeleitete restriktivere Geldpolitik der Notenbanken in den Schwellenländern, die eine Überhitzung verbunden mit steigender Inflation bekämpfen soll. Zudem steht in Europa möglicherweise eine Zinswende bevor. Schliesslich ist das Rendite-Risiko-Profil nach wie vor unattraktiv. Die Frage vieler Anleger, wie sie sich vor Zahlungsausfällen oder steigender Inflation schützen können, wird Sachwerte wie etwa Aktien weiter begünstigen. Die Volatilität an den Märkten wird in diesem Jahr auch mit Blick auf mögliche Verwerfungen bei den Währungen zunehmen. Kurzfristig erscheinen einige Märkte und Einzeltitel nach der zum Teil steilen Aufwärtsbewegung der letzten Wochen heiss gelaufen. Eine Konsolidierung wäre wünschenswert. Nach den starken Kursgewinnen bei zyklischen Titeln in 2010 favorisieren wir in 2011 ein Comeback von Dividendentiteln wie etwa Energieversorgern.

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Strategie

Es ist zu erwarten, dass sich die Aufwärtsbewegung an der Börse – zwischenzeitliche Konsolidierungen eingeschlossen – fortsetzt und allenfalls beschleunigt. Die Entwicklung steht jedoch auf wackligen Beinen. Die US-Notenbank produziert möglicherweise bereits die nächste Blase an den Märkten, die schon im Frühjahr oder Sommer 2011 platzen könnte. Von daher ist trotz der guten Entwicklung am Markt Vorsicht geboten. Eine Mischung aus Unternehmens-, höher verzinslichen und Wandelanleihen, aus soliden und dividendenstarken Aktien sowie aus Gold und Silber (währungsgesichert) als Absicherung gegen wirtschaftliche und währungspolitische Risiken trägt dem am besten Rechnung. Die Schuldenkrise in Europa ist mit den Kandidaten Griechenland und Irland kaum beendet. Staatsanleihen der westlichen Welt sollten daher aus Risiko- und Renditegesichtspunkten untergewichtet bleiben.

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Bankaktien

Das Abkommen zwischen der Schweiz und Deutschland und eine Erklärung zur Aufnahme von Verhandlungen im Steuerbereich sind unterzeichnet. Die Fragen zu den Auswirkungen auf den Finanzplatz Schweiz und speziell auf die Banken lassen sich nicht abschliessend beurteilen. Es ist zu erwarten, dass das Geflecht aus nationalen Regeln, einer Abgeltungssteuer mit Deutschland und möglicherweise anderen Ländern, der EU-Zinsbesteuerung, der bereits bestehenden Quellenbesteuerungen auf Dividenden und der Einbeziehung von Kapitalgewinnen die Banken vor einen enormen Verwaltungsaufwand stellen wird, den sich kleinere Institute möglicherweise nicht leisten können. Auch wird es eine sachgerechte Beurteilung der Steuerpflicht des Einzelnen nahezu unmöglich und eine Doppelbesteuerung fast unvermeidbar machen. Die Lösung wäre eine global einheitliche Abgeltungssteuer.

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Geldschwemme

Die Börse hat der saisonal schwächsten Phase des Jahres getrotzt. Mit Aussicht auf weitere Lockerungsmassnahmen der japanischen und speziell der US-Notenbank haben die Märkte den Seitwärtstrend der letzten Monate nach oben verlassen, was kurzfristig weiteres Kurspotenzial verspricht. Das ist insofern paradox, als die Lockerung ein Eingeständnis ist, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung nicht trägt und nicht ausreicht, den Arbeitsmarkt zu stimulieren. Das tritt wie die Verschuldungsproblematik der westlichen Welt in den Hintergrund. Liquidität und der Mangel an Alternativen sind die bestimmenden Faktoren für die Börse. Das Risiko in Anleihen wird nicht genügend eingepreist. Im Vergleich dazu sind Aktien günstig bewertet. Das Risiko, dass die Geldschwemme und die Verwerfungen in den Währungen irgendwann zum Problem werden, bleibt.

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